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Foto Enric Duch

Das Gesamtwerk Georg Kolbes umfasst etwa 1.000 Skulpturen. 220 Bronzen befinden sich im Besitz des Georg Kolbe Museums. Nicht alle Werke konnten in Bronze gegossen werden, die erhaltenen Gipsmodelle sind daher wichtige Zeugnisse seines Schaffens, 310 davon sind im Georg Kolbe Museum erhalten. Die dort gesammelten 1.450 Zeichnungen zeigen einen versierten Zeichner, der in schnellen Strichen die Körperbewegungen seiner Modelle aus der Silhouette erfassen konnte.  Kolbe bemühte sich stets um die fotografische Dokumentation seiner Kunst. Darüber hinaus nutzte er das Medium der Fotografie, um den Entstehungsprozess seiner Werke vom Ton- über das Gipsmodell bis hin zur fertigen Bronze festzuhalten. Wie die Gipsmodelle bieten auch die historischen Fotografien oft den einzigen Nachweis eines Werkes, das nicht erhalten geblieben ist. Besonders interessant sind die Fotorückseiten, die über die Jahrzehnte als Informationsträger dienten und wichtige Informationen zu Provenienz, Datierung, Titel oder Standort des abgebildeten Werkes liefern. Eine Fülle direkter und indirekter Hinweise auf einzelne Kunstwerke und ihre historischen Entstehungsbedingungen finden sich auch im schriftlichen Nachlass Georg Kolbes. Dazu zählen über 2000 Briefe an den Künstler – darunter Schreiben von bekannten Persönlichkeiten wie Ernst Barlach, Theobald von Bethmann-Hollweg, Erich Heckel, Karl von der Heydt, Annette Kolb, Max Liebermann, Ludwig Mies van der Rohe, Hans Prinzhorn oder Karl Schmidt-Rottluff. 

Das Georg Kolbe Museum wandelte sich in seiner Geschichte von einer Kolbe-Gedenkstätte hin zu einem aktiven Forschungsort. Ein Meilenstein auf diesem Weg war die wissenschaftliche Erschließung und Digitalisierung des gesamten künstlerischen, fotografischen und schriftlichen Nachlasses, die mit Mitteln des Berliner Senats großzügig unterstützt wurden. Die Ergebnisse sind nun erstmals hier zugänglich. KOLBE ONLINE macht darüber hinaus eine Besonderheit der Sammlung sichtbar, denn zwischen den Kunstwerken  bestehen Beziehungen, wie z. B. Skizzen und Entwurfszeichnungen, die spätere Skulpturen vorbereiten. 

Es geht weiter …

Für 2021 plant das Museum, einen weiteren Sammlunsgbereich zugänglich zu machen. Die Druckgrafik, die zu Kolbes Lebzeiten einen wichtigen Stellenwert in seinem Werk einnahm, soll dann im Fokus stehen.